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Neugestaltung Bahnhof Wipkingen

Wer aufmerksam am Bahnhofsgelände vorbeigeht, entdeckt die Baugespanne hinter der Bushaltestelle Nordbrücke und entlang den Bahngleisen. Die SBB und die Stadt Zürich gestalten das Bahnhofsareal neu. Bis zum 21. September 2021 lagen die Pläne öffentlich auf. Wir haben sie für euch angesehen.

Mächtig wird das neue Portal bei der Bushaltestelle an der Nordbrücke: Es ist ein in Metall und Glas gestaltetes Mahnmal, das für einen neuen SBB-Brutalismus steht. Mit dem Charme eines Recyclinghofs soll die Haltestelle in Zukunft den wartenden Busreisenden Schatten spenden oder bei Regen ein Dach bieten. Wir vom Quartierverein (QV) hätten uns hier eine filigranere Konstruktion gewünscht, die sich harmonisch ins Quartier einfügt.

Visualisierung SBB, Fotomontage QVW

Es gibt aber auch Positives zu berichten. Über zwei neue Liftanlagen links und rechts wird der Zugang zu den Gleisen erstmals barrierefrei möglich. Alternativ ist die Anbindung auch über zwei Treppenanlagen links und rechts der Lifte gewährleistet. Bis anhin gab es nur einen Zugang auf der Seite des Restaurants Nordbrücke. Ausserdem wird das südliche Trottoir auf der Nordbrücke – endlich – um rund einen Meter fünfzig verbreitert. Damit können nun auch die vielen Kinderwagen die wartenden Reisenden gefahrlos kreuzen.

Visualisierung SBB, Fotomontage QVW

Verlegung der beiden Bahngleise in die Mitte

Das Mittelperron wird aufgehoben. Die Züge verkehren künftig also in der Mitte. Dafür werden zwei neue Perrons auf beiden Seiten der Gleise erstellt. Auf der linken Seite geht es Richtung Hauptbahnhof und auf der rechten Seite Richtung Oerlikon. Der Zugang auf die beiden Perrons erfolgt in Zukunft also von beiden Seiten her. Der Zugang zum linken Perron ist zusätzlich über die Nordbrücke per Lift und Treppe, aber auch wie bisher, über den Zugang Rousseaustrasse möglich. Neu wird dieses Perron im Süden zusätzlich vom Lettenfussweg her erschlossen. Damit wird das Lettenquartier mit den Siedlungen der verschiedenen Baugenossenschaften direkter an den Bahnhof angebunden.

Fotomontage QVW

Durchgang Süd wird durchlässig und barrierefrei

Die bisherige Unterführung an der Dammstrasse wird etwas weiter nach unten in Richtung Stadt verlegt. Neu wird sie die beiden Gleise untertunneln, so dass der Zugang auf das Perron in Richtung Hauptbahnhof weiterhin möglich ist. Neben der Unterführung entstehen auf beiden Seiten der Gleise je eine Treppe und eine Rampe. Durch die Unterführung wird eine neue direkte Quartierverbindung vom Lettenfussweg zur Damm- beziehungsweise Habsburgstrasse möglich. So positiv diese Neuerungen sind, so negativ fällt die beabsichtigte Ausführung ins Gewicht. Statt begrünter, hitze- und lärmmindernder Bahnborde sind mächtige Betonwände geplant. Hier besteht unserer Meinung eindeutig ein grosser Verbesserungsbedarf.

 

Visualisierung und Fotomontage QVW

Begegnungszone Dammstrasse wird ausgeweitet

Parallel zu den Bauarbeiten der SBB wertet die Stadt Zürich den nördlichen Teil der Dammstrasse entlang des Bahndamms mit einer Begegnungszone auf. Dies geschieht im Rahmen des Konzepts zur Stärkung des Quartierzentrums. Baubeginn dürfte der Sommer 2024 sein.

Fotomontage QVW

Es braucht noch Geduld

Das Plangenehmigungsverfahren läuft bis zum Februar 2023. Frühestens ab März 2023 kann dann gebaut werden. Mit dem Ende der Bauarbeiten ist nicht vor Ende Mai 2025 zu rechnen.

Streckensperrungen notwendig

Die umfangreichen Bauarbeiten an den Gleisanlagen können leider nicht ohne massive Einschränkungen des Bahnverkehrs durchgeführt werden. Ein ganzes Jahr lang wird die Strecke von Wipkingen zum Hauptbahnhof gesperrt. Von Dezember 2023 bis Dezember 2024 verkehrt die S-Bahn 24 dann als Shuttle von Oerlikon nach Wipkingen und anschliessend wieder zurück nach Oerlikon.




Nachtarbeiten + Verlegung Bushaltestellen auf Nordbrücke

Um Erkenntnisse für die geplante Umgestaltung der Nordbrücke (ab 2025) zu gewinnen, erstellt die Stadt Zürich bei der Nordbrücke im Bereich Scheffel- bis Lägernstrasse einen temporären Mehrzweckstreifen. Dieser ermöglicht flächiges Queren für die zu Fuss gehenden ohne Umwege. Die Fussgängerstreifen werden aufgehoben und die Fussgängerschutzinseln neu erstellt.

Eingesandter Artikel:
Tiefbauamt der Stadt Zürich 27.5.2021 044 412 46 54; taz-kommunikation@zuerich.ch

Die Bauarbeiten beginnen am Mittwoch, 2. Juni 2021 und dauern voraussichtlich bis Ende Juli 2021. Aus verkehrs- und betriebstechnischen Gründen kann ein kleiner Teil der Arbeiten nur in den Betriebspausen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ausgeführt werden. Aus diesem Grund ist während einigen Nächten mit Baulärm zu rechnen. Wir informieren Sie zu gegebenem Zeitpunkt über diese Nachtarbeiten.

Die Nordbrücke ist während der Bauarbeiten, wenn auch mit Einschränkun-gen, befahrbar. Die Bushaltestellen am Bahnhof Wipkingen sind provisorisch an anderen Standorten in Betrieb. Situationsplan:

Flyer Infoschreiben Mehrzweckstreifen




Temporärer Mehrzweckstreifen Nordbrücke

Die Nordbrücke wird voraussichtlich ab 2025 verbreitert und der Strassenraum neu gestaltet. Um Erkenntnisse für diese langfristige bauliche Umgestaltung zu gewinnen, erstellt die Stadt Zürich von Sommer 2021 bis Winter 2022 einen temporären Mehrzweckstreifen. Dieser ermöglicht flächiges Queren ohne Umwege und wertet das Quartierzentrum kurzfristig auf.

eingesandter Artikel. Stadt Zürich, Tiefbauamt

Flächiges Queren an der Nordbrücke

Der temporäre Mehrzweckstreifen wird in der Fahrbahnmitte der Nordstrasse, Abschnitt Lägern- bis Scheffelstrasse, errichtet.

Mit der testweisen Einführung eines Mehrzweckstreifens soll das Quartierzentrum Nordbrücke kurzfristig aufgewertet und die Trennwirkung der Nordstrasse vermindert werden. Das Queren der Nordstrasse für Fussgängerinnen und Fussgänger wird erleichtert, indem die Fahrbahn überall gequert werden kann und nicht nur auf den Fussgängerstreifen. Dafür werden die Fussgängerstreifen entfernt. Zudem soll der Mehrzweckstreifen angepasste Geschwindigkeiten, die Verflechtung aller Verkehrsteilnehmenden und die gegenseitige Rücksichtnahme fördern.

Beispiele aus anderen Schweizer Städten zeigen, dass der Verkehr langsamer und besser fliesst und so insgesamt zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden führt.

Heutige Situation

Heute bringen unter anderem kanalisierte Passantenströme auf den Fussgängerstreifen den Verkehr in der Nordstrasse regelmässig zum Stocken. Das Abbiegen von der Nordstrasse in Richtung Röschibachplatz ist für Velofahrerinnen und Velofahrer schwierig. Zudem ist der Strassenraum nicht an Tempo 30, das 2019 eingeführt wurde, angepasst und trennt das Quartierzentrum Nordbrücke.

Weiterführende Informationen

Am Dienstag, 25. Mai 2021 um 18.30 Uhr führt die Stadt Zürich eine virtuelle Informationsveranstaltung zur Errichtung des temporären Mehrzweckstreifens im Bereich der Nordbrücke durch.

Am Mittwochabend, 26. Mai 2021 werden für Teilnehmende der Informationsveranstaltung zudem Begehungen vor Ort angeboten. Anmeldeschluss ist der Freitag, 21. Mai 2021.

Anmelden kann man sich hier:

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/taz/gestalten/mehrzweckstreifen_nordbruecke.html

 

 




Rosengartentunnel: Stadt und Kanton informieren – 18.11.2019

Eingesandter Artikel (Update 14.11.2109:

Am 9. Februar 2020 befinden die Stimmberechtigten der Stadt und des Kantons Zürich über das Gesamtprojekt Rosengartentram & Rosengartentunnel. Die Rosengartenstrasse in der Stadt Zürich ist eine der am stärksten befahrenen Strassen der Schweiz, die mitten durch ein Wohngebiet führt.

Bis zu 56‘000 Fahrzeuge befahren täglich diese wichtige Verbindungsachse. Staus, Wartezeiten Verkehrsüberlastungen und Beeinträchtigungen des öffentlichen Verkehrs gehören seit Jahrzehnten zum Alltag. Zudem sind die angrenzenden Wohngebiete übermässig Lärm- und Schadstoffemissionen ausgesetzt. Mit dem Projekt Rosengartentram & Rosengartentunnel wollen Stadt und Kanton Zürich die Situation nachhaltig verbessern und durch das neue, leistungsfähige Tramangebot den öffentlichen Verkehr stärken.

Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh sowie Fachleute des Kantons und der Stadt Zürich erläutern das Projekt. Im Zentrum stehen die Auswirkungen auf das Quartier Wipkingen.

Montag, 18. November 2019, 19.00 Uhr
Kath. Pfarreizentrum Guthirt, Zürich
(Türöffnung 18.30 Uhr)

Infoveranstaltung Wipkingen_DEF




Gleisbaustelle Wipkingerbrücke ab 19. Juni – Mitte August 2019

Die Schienen auf der Wipkingerbrücke vom Escher-Wyss-Platz bis zum Wipkingerplatz sind stark abgefahren und müssen aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Gleisabbruch beginnen am Mittwoch, 19. Juni 2019 mit Installationen, Sondagen und dem Erstellen von Angriffsschlitzen. In der Nacht vom 19./20. Juni 2019 werden die Beläge entlang der Tramgleise geschnitten.

Nachtarbeiten

Um Erschütterungen auf der Brücke auf ein Minimum zu reduzieren, muss in den Betriebspausen in den Nächten vom 20./21., 24./25. und 25./26. Juni 2019 der Beton mit Fräsen und hydraulischen Abbauhämmern teilweise abgebrochen werden, was erheblichen Lärm verursacht. Ebenfalls mit hydraulischen Abbauhämmern und Kompressoren werden tagsüber die Hohlräume der Schienen und der Randbereiche vom Beton befreit.

Der Gleisabbruch erfolgt am Samstag, 13. Juli 2019, ab 6.00 Uhr. Dabei kommen Baumaschinen mit hydraulischen Abbauhämmern zum Einsatz. Der Antransport der Baumaschinen erfolgt ab 5.00 Uhr. Im Anschluss werden die neuen Schienen verlegt, gerichtet, verspriesst und geschweisst. Diese Arbeiten dauern bis Montagmorgen. Zwischen Escher-Wyss-Platz und Frankental
fahren Ersatzbusse.

AWR_Wipkingerbruecke




Umsteige Plattform Nordbrücke – leider fehlende Integration der S-Bahnen

Tausende steigen Tag täglich an der Nordbrücke um. Die beiden neuen Fahrplananzeigen helfen im innerstädtischen Verkehr. Allerdings fehlen die SBahn Infos auf der neuen Anzeige.

Wir finden: Der ZVV muss das leisten. Wann kriegen wir das?

Gruss

Quartierverein Wipkingen

 




Bushaltestelle Nordbrücke erhält zwei elektronische Fahrplananzeigen

Heute sind die elektronischen Fahrplananzeigen an der Bushaltestelle Nordbrücke in Betrieb gegangen.

Die elektronischen Anzeigetafeln zeigen etwa die Wartezeit bis zum nächsten Tram, Verspätungs- und Störungsmeldungen an. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) führte das digitale Anzeigesystem 2008 ein. Wipkingen musste etwas länger warten.

Stadtauswärts

Stadteinwärts

Vielen Dank!




Sieg für mehr Transparenz – und für den Viertelstundentakt?

Es war erfreuliche Post, die der Quartierverein Anfang Mai erhalten hat: Das Verwaltungsgericht hat unsere Beschwerde vollumfänglich gutgeheissen. Ende Mai hat der Quartierverein die vom Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) verlangten Planungsunterlagen zum Viertelstundentakt endlich erhalten.

Wer für die Offenlegung von amtlichen Dokumenten eintritt, braucht einen langen Atem. Im Frühling 2015 reichte der Quartierverein ein Gesuch um Einsicht in die Planungsunterlagen des ZVV für die S-Bahn 2G ein. Der Quartierverein stützte sich dabei auf das «Gesetz über die Information und den Datenschutz» (IDG). Weil unser IDG-Gesuch vom ZVV abgelehnt wurde, rekurrierten wir bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich.
Auch diese lehnte die Offenlegung der Dokumente ab. Im Herbst 2016 gelangten wir darum mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Und haben nun, nach drei Jahren, recht erhalten. Der ZVV hätte den Entscheid noch ans Bundesgericht weiterziehen können, doch so weit wollte er offensichtlich nicht gehen. Dies wäre zudem die Steuerzahlenden sehr teuer gekommen. Das Verfahren allein bis zum Verwaltungsgericht hat den ZVV 3200 Franken gekostet –ohne Anwaltskosten. Hinzu kommen die vorinstanzlichen Kosten des Quartiervereins von 500 Franken, die vom ZVV zu übernehmen sind. Das Verfahren kostete den Quartierverein ausser Zeit, Aufwand für Schreibarbeiten und Ausgaben für Kopien keinen Rappen.

Viertelstundentakt ab Bahnhof Wipkingen

Die verlangte Netzgrafik, die Teil der Planungsgrundlagen für die künftigen Fahrpläne der S-Bahnen ist, hat der Quartierverein nun am 28. Mai vom ZVV erhalten.

Anhang D_Zürcher S-Bahn 2G AS 2030_Netzgrafik_17-09-2014

Unser Fachmann, Jens Bornand, nimmt diese in den nächsten Wochen genauer unter die Lupe und wird im Auftrag des Quartiervereins entsprechende Vorschläge ausarbeiten. Ein erster oberflächlicher Blick bestätigt aber: Ein Viertelstundentakt HB Zürich – Wipkingen – Flughafen ist mit der heutigen Infrastruktur möglich, eine Einführung des Viertelstundentakts ab Bahnhof Wipkingen, auch ohne Ausbauten Brüttener Tunnel und Bahnhof Stadelhofen ebenfalls. Geschätzte Wipkingerinnen und Wipkinger: Sobald die auf Herz und Nieren geprüften Vorschläge vorliegen, werden wir Sie wieder informieren.

Transparenz, Meinungsbildung, Demokratie

Sie müssen sich also noch etwas gedulden, bevor wir Ihnen Neuigkeiten über den Viertelstundentakt ab Bahnhof Wipkingen mitteilen können. Um diese Zeit zu überbrücken, möchten wir Ihnen zwei «Highlights» aus dem Verwaltungsgerichtsurteil nicht vorenthalten. So hatte der ZVV als Argument gegen die Herausgabe der Planungsgrundlagen argumentiert, dass dies den «internen Meinungsbildungsprozess» gefährde. Das Gericht nimmt dazu ausführlich Stellung und schliesst seine Erwägungen mit folgendem Satz ab: «Von einer Verwaltungsbehörde, beziehungsweise einer unselbstständigen Anstalt des öffentlichen Rechts (Anmerkung der Autorin: damit ist der ZVV gemeint) darf erwartet werden, dass sie sich nicht von unsachlichem Druck von aussen beeinflussen lasse.» Der ZVV hatte zudem vorgebracht, dass eine Herausgabe der Dokumente in der Öffentlichkeit «falsche Erwartungen wecken und zu Diskussionen führen könnte». Dazu schreibt das Gericht, dass das Interesse des ZVV, die Dokumente aus diesem Grund unter Verschluss zu behalten, dem Interesse des IDG zuwiderlaufe: Es soll nämlich durch Transparenz «die freie Meinungsbildung ermöglichen und die Kontrolle des staatlichen Handelns garantieren und dadurch die Teilnahme an der Demokratie erleichtern».

Mentale Unterstützung auf dem dreijährigen Weg durch die Instanzen hat der Quartierverein vom Verein Öffentlichkeitsgesetz (www.oeffentlichkeitsgesetz.ch) erhalten. Dafür danken wir ihm hier an dieser Stelle.

Von Judith Stofer




Hammer! – Quartierverein Wipkingen soll vertrauliches Dokument des ZVV erhalten

Der Zürcher Verkehrsverbund müsse dem Quartierverein Wipkingen bisher vertrauliche Fahrplandaten herausgeben, hat das Verwaltungsgericht entschieden. Es geht ihm vor allem um Grundsätzliches zum Informations- und Datenschutzgesetz.
 
Artikel von Reto Flury in der NZZ vom
 
«Hammer!», jubelt der Quartierverein Wipkingen in einer Mitteilung, «David gewinnt gegen Goliath.» Was beim Verein Festlaune aufkommen lässt, ist ein kürzlich ergangenes Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts. Es gibt darin dem Quartierverein recht und verpflichtet den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), ein wichtiges Dokument herauszugeben: die sogenannte Netzgrafik zur S-Bahn 2G, die der ZVV im November 2014 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht hat.
 
Der Quartierverein fordert das Dokument, weil er für die baldige Wiedereinführung des Viertelstundentakts am Bahnhof Wipkingen kämpft. Seit der Eröffnung der Durchmesserlinie fährt die S 8 durch den Berg und lässt den Bahnhof links liegen. Der ZVV stellt sich auf den Standpunkt, dass ein weiterer Halbstundentakt erst irgendwann nach 2030 möglich ist, lässt sich aber nicht in die planerischen Grundlagen blicken. Daher das Interesse des Quartiervereins an der Netzgrafik: Sie bildet grafisch den Fahrplanentwurf für den Regional- und Fernverkehr für 2030 ab. Aus dem Urteilstext geht hervor, dass die Wipkinger die Daten einem Planungsbüro weiterreichen wollen, damit es prüfe, ob nicht doch Alternativen möglich wären.
 
Das Verwaltungsgericht misst dem Interesse des Vereins für sich allein zwar eher wenig Gewicht zu, wie es schreibt. Immerhin habe der ZVV sein Anliegen aufgenommen und beim Bund deponiert. Dass das Gericht die Beschwerde dennoch gutheisst, hat vor allem mit seinen grundsätzlichen Überlegungen zum Informations- und Datenschutzgesetz (IDG) zu tun. Das Gesetz regelt unter anderem den Zugang zu amtlichen Dokumenten. Es dient dem Quartierverein als Grundlage, seit er 2015 beim ZVV die Fahrplandaten bestellte.
 
Die Demokratie fördern
 
Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts kann die Herausgabe tatsächlich falsche Erwartungen wecken und zu Diskussionen führen. Allerdings würden diese Interessen des ZVV an der Geheimhaltung dem Zweck des Gesetzes teilweise zuwiderlaufen, schreibt das Gericht. Es soll nämlich durch Transparenz die freie Meinungsbildung fördern und die Kontrolle staatlichen Handelns garantieren, um «die Teilnahme an der Demokratie zu erleichtern».
 
«Von einer Verwaltungsbehörde […] darf erwartet werden, dass sie sich nicht von unsachlichem Druck von aussen beeinflussen lässt.»
 
Gemäss dem Informationsgesetz sind amtliche Dokumente grundsätzlich öffentlich. Allerdings könnten die Ämter aus mehreren Gründen eine Herausgabe verweigern. Der ZVV argumentierte unter anderem, die Netzgrafik sei gar keine Information nach IDG. Es handle sich bloss um einen Entwurf des Fahrplans. Allerdings hatte der ZVV im November 2014 die Daten selber beim Bundesamt für Verkehr übergeben, dies im Hinblick auf den Bahnausbau 2030. Daraus leitet das Verwaltungsgericht ab, dass die Grafik sich nicht mehr im Stadium eines Entwurfs befand. Zudem widerspreche es dem Transparenzgebot, wenn der ZVV die Netzgrafik laufend ergänze und damit immer argumentieren könnte, es handle sich um ein nicht fertiggestelltes Dokument, schreibt es.
 
Politischer Druck?
 
Weiter war der ZVV der Meinung, eine Herausgabe könnte den internen Meinungsbildungsprozess stören – ein weiterer Hinderungsgrund gemäss IDG. Für das Gericht bleibt aber unklar, warum aufgrund der Dokumente politischer Druck ausgeübt werden könnte. Von einer Anstalt wie dem ZVV dürfe erwartet werden, dass «sie sich nicht von unsachlichem Druck von aussen beeinflussen» lasse, hält es fest. Auch die Begründung, die Übergabe der Daten könnte die Beziehungen zum Bund und zu anderen Kantonen gefährden, lässt das Gericht nicht gelten. Unter dem Strich stützt das Gericht den Quartierverein und hebt damit eine Verfügung der Volkswirtschaftsdirektion auf. Die Kosten werden dem ZVV auferlegt.
 
Der ZVV hat noch nicht entschieden, ob er das Urteil anfechten will. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts werde derzeit noch geprüft, teilt die Medienstelle auf Anfrage mit.
 
Urteil VB.2016.00597, nicht rechtskräftig.
 
NZZ Artikel



Viertelstundentakt am Bahnhof Wipkingen – David gewinnt gegen Goliath

Seit 2015 kämpfen wir für die Wiedereinführung des Viertelstundentaktes am Bahnhof Wipkingen. Nun hat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich entschieden, dass der ZVV und die SBB die bisher geheimgehaltene Planung dem Quartierverein Wipkingen herausgeben muss.

Wie der interessierte Leser weiss, haben wir uns vielfach darum bemüht, die Planung für die S-Bahn der Zukunft zu hinterfragen. Sowohl der ZVV und die SBB behaupteten immer, dass ein Viertelstundentakt am Bahnhof Wipkingen nicht möglich sei. Dafür führten die beiden Organisationen als Begründung den von ihnen erstellten Plan für die S-Bahn der Zukunft an. Wir wollten Einsicht in das Papier. Dies wurde uns leider mit mannigfacher Begründung verweigert.

Wir fanden: Ohne Einsicht in die Planung ist es der Bevölkerung nicht möglich, zu überprüfen ob das stimmt, geschweige denn Alternativen zu finden. Darum bemühten wir uns durch alle Instanzen hindurch, damit gemäss des Öffentlichkeitsprinzipes die Planung offen gelegt werden muss. Schliesslich erbringen die Planer Ihre Leistung für die Bevölkerung und nicht für sich im Büro.

Nun hat uns das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 27.4.2018 Recht gegeben: Der ZVV und die SBB müssen die Planung veröffentlichen.

Entscheid Verwaltungsgericht 27.4.2018

Gegen diesen Entscheid kann der ZVV nun noch innert 30 Tagen vor Bundesgericht Beschwerde erheben. Der Entscheid ist also noch nicht rechtsgültig.

Wir feiern trotzdem! Hasta La Victoria Sempre!

 

 

 




Gute Nachricht: Bahnhofreisebüro Wipkingen bleibt offen

Die SBB haben eingelenkt: Das von Privaten geführte Bahnhofreisebüro Wipkingen in Zürich bleibt bis Ende 2020 in Betrieb.

Artikel in der NZZ vom 7.12.2017 von Dorothee Vögeli

Die Hiobsbotschaft sorgte für Konsternation im Quartier: Weil die SBB aus dem Billettverkauf durch Drittpartner aussteigen wollen, kündigte das Bahnhofreisebüro Zürich Wipkingen im Sommer die definitive Schliessung auf Ende Jahr an. Dieses gehört zu den schweizweit 52 Verkaufsstellen, die ein Bahnbillettangebot auf Kommissionsbasis anbieten. Betrieben werden diese von Migrolino, Avec-Shops, Poststellen oder wie in Wipkingen von privaten Stationshaltern.

Breiter Widerstand

Nun haben die SBB eingelenkt: Bis Ende 2020 werden die Drittverkaufsstellen weiterhin Bahnbillette verkaufen und Serviceleistungen anbieten. Auch mit den privaten Stationshaltern hat sie neue Verträge ausgehandelt, und deshalb kann die Wipkinger Stationsleiterin Regula Fischer ihren Kundinnen und Kunden die frohe Botschaft verkünden: «Wir sind auch 2018 für Sie da.»

Gegen das Tempo der SBB-Online-Strategie formierte sich vor über einem Jahr breiter Widerstand. Als die SBB ihren Entscheid kommuniziert hatten, Anfang 2018 den bedienten Billettverkauf einzustellen, erhielten sie innert weniger Monate eine Petition mit über 30 000 Unterschriften. Im Juni unterstützte der Nationalrat eine Motion, die ein Moratorium «für den Serviceabbau bei den SBB-Drittverkaufsstellen» forderte, und im September verlangte auch der Ständerat überraschend deutlich, mit dem Abbau der Verkaufsstellen zuzuwarten.

Uvek formuliert klaren Auftrag

In der Folge nahm das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) unter der Federführung von Doris Leuthard die SBB in die Pflicht. Der Auftrag lautete, allen Drittverkaufsstellen, deren Vertrag Ende Jahr ausläuft, ein neues vertragliches Angebot zu unterbreiten. Dieses soll so ausgestaltet sein, dass sich der Betrieb bis Ende 2020 aufrechterhalten lässt. Wegen des unternehmerischen Risikos steht es den Partnern frei, den Vertrag auch früher zu kündigen.

Benedikt Gschwind, Präsident des Verwaltungsrats der Bahnhofreisebüro Wipkingen AG, zeigt sich erfreut, dass das lange Tauziehen nun ein Ende hat. «Das politische Engagement hat sich ausgezahlt», sagt er auf Anfrage. Und dies in allerletzter Minute: Noch im September hätte er den im Quartier wohnenden Aktionärinnen und Aktionären beinahe die Liquidation der Gesellschaft beantragt. Doch dann setzte der Ständerat ein hoffnungsvolles Signal, worauf Gschwind den Liquidationsantrag zurückzog.

Beraten wird wichtiger

Für die SBB sei immer klar gewesen, dass sie den politischen Auftrag umsetzen werden, sagt Sprecher Reto Schärli. Ab 2021 möchten die SBB aber die heutige Strategie weiterverfolgen. Sie werden die Gelder, die sie bis Ende 2020 für die Kommission der Drittverkaufsstellen zahlen, vollumfänglich in die eigenen Reisezentren und in die digitalen Kanäle investieren, wie Schärli ausführt. Man verzeichne online grosse Wachstumsraten. Gleichzeitig entspreche die Beratungstätigkeit am Schalter einem wachsenden Kundenbedürfnis. Deshalb hätten die SBB bereits mehrere Millionen Franken in den Ausbau der persönlichen Kundenberatung eingesetzt – aber nur an den grösseren Bahnhöfen mit hohen Kundenfrequenzen.

Obwohl das Bahnreisebüro Wipkingen mit seiner Dienstleistungspalette mit den SBB-Büros Schritt halten kann, dürfte eine langfristige Sonderlösung schwierig sein. Für die SBB liegt dieser Bahnhof an der Peripherie. Bereits 1972 stutzten sie ihn zur unbedienten Haltestelle zurück.