166. Generalversammlung des Quartierverein Wipkingen – Subventionsvereinbarung der Stadt Zürich zurückgewiesen
Die 166. Generalversammlung des Quartierverein Wipkingen wies am 10.4.2026 die von der Stadt Zürich vorgelegte Subventionsvereinbarung mit 64 Stimmen bei zwei Enthaltungen zurück. Damit ist ein klares Zeichen gesetzt.
An seiner 166. Generalversammlung vom Freitag, den 10. April 2026, hat der Quartierverein Wipkingen (QW) einen wegweisenden Entscheid gefällt. Die Mitglieder folgten geschlossen dem Antrag des Vorstands und wiesen die neue Subventionsvereinbarung der Stadt Zürich zurück.
Bisher honorierte die Stadt Zürich die freiwillige Quartierarbeit unkompliziert mit jährlichen Beiträgen von insgesamt rund 12’745 Franken. Dies entspricht etwa 18 % des Budgets des Vereins. Mit der neuen, nicht verhandelbaren Vereinbarung ab 2026 wollte die Stadt jedoch weitreichende Bedingungen stellen.
Massive Einschränkung der Unabhängigkeit
Der Vorstand des QW sah in dem Vertragswerk eine massive Einschränkung der Vereinsautonomie. Die Vereinbarung hätte unter anderem Vorschriften zur Organisation, zur Rechnungsführung sowie Verpflichtungen zu Stillschweigen und Sperrfristen für Vorstandsmitglieder umfasst. Zudem hätte sie eine externe Revision gefordert, die gesetzlich eigentlich nur für grössere Unternehmen vorgeschrieben ist.
- Der Quartierverein Altstetten lehnte die Vereinbarung mit einer überwältigenden Mehrheit von 98 % der Stimmen ab.
- Der Quartierverein Wiedikon sprach sich ebenfalls mit 54 % dagegen aus.
Ein Signal für fast ein Fünftel der Stadt
Die Ablehnung in Wipkingen ist kein Einzelfall, sondern Teil einer breiten Front grosser Stadtquartiere. Zusammen repräsentieren die drei Quartiere, die die Vereinbarung bereits zurückgewiesen haben, einen erheblichen Teil der Zürcher Bevölkerung: Über 18 % – also fast jeder fünfte Stadtbewohner – wird durch einen Quartierverein vertreten, der die neuen Subventionsbedingungen der Stadt explizit abgelehnt hat.
Neuverhandlungen
Dieses massive Gewicht verleiht der Forderung nach Nachverhandlungen oder einem Verzicht auf die einschränkenden Klauseln zusätzlichen Nachdruck. Die Vereine machen damit deutlich, dass sie sich nicht als verlängerter Arm der Verwaltung verstehen, sondern als unabhängige Stimme ihrer Quartierbewohner.
Weitere Entscheide der 166. GV
Neben der Subventionsfrage wurden an der Versammlung wichtige personelle und statutarische Weichen gestellt:
- Wahlen: Mit Marc Bürgi (Kultur), Raffaela Hartmann (Kommunikation), Sebastian Kernbach (Kultur) und Martin Landolt (Kommunikation/Web) wurden vier neue Mitglieder in den Vorstand gewählt.
- Statutenanpassung: Um die Steuerbefreiung des Vereins langfristig zu sichern, wurde eine Änderung von Art. 18 Abs. 2 einstimmig (66:0 Stimmen) angenommen. Zudem wurde die maximal mögliche Anzahl der Vorstandsmitglieder von 14 auf 16 erhöht (65 Ja-Stimmen).
Gegen den Trend: Engagement statt Vereinssterben
Während vielerorts über das “Vereinssterben” geklagt wird, erlebt der QV Wipkingen einen beispiellosen Zulauf. So viele Menschen wollten sich aktiv in den Vorstand einbringen, dass die Versammlung sogar eine Statutenänderung beschliessen musste: Die maximale Anzahl der Vorstandsmitglieder wurde von 14 auf 16 erhöht, um den neuen Kräften Platz zu bieten.
Urbane Transformation in der Hand
Dieses aussergewöhnliche Engagement hängt eng mit dem Wunsch der Wipkinger zusammen, die urbane Transformation ihres Quartiers selbst in die Hand zu nehmen.
Der Verein versteht sich als treibende Kraft bei der Gestaltung des Stadtraumes. Was am Röschibachplatz bereits erfolgreich vorgelebt wurde, soll sich nun in den anstehenden Mitwirkungsverfahren zum Wipkinger Platz fortsetzen.
Der Quartierverein Wipkingen blickt mit Elan auf das Vereinsjahr 2026 und wird seine Arbeit für ein lebendiges Quartier engagiert fortsetzen.









