Städtebau

Der Spazierweg am Industrieufer bleibt Thema

Der linksseitige Limmatuferweg, der am Swissmill-Silo vorbeiführen sollte, war Bestandteil des Gestaltungsplans für den Silobau. Doch im «Leitbild Limmatraum» wird auf einen solchen
Weg verzichtet.

Der Kloster-Fahr-Weg die Limmat entlang ist eine beliebte Spazierstrecke. Velofahrende, Hündeler und Badegäste bevölkern den Weg vom Hauptbahnhof bis zum Kloster Fahr. Auf der anderen Limmatseite dagegen existiert bis anhin kein durchgehender Weg. Insbesondere das Industrieufer ab Escher-Wyss-Platz ist für den Fussverkehr nicht zugänglich. Mit der Aufstockung des Swissmill-Silos im Jahr 2016 sollte sich dies ändern. Bestandteil des privaten Gestaltungsplans für den Bau war ein Uferweg entlang der Gebäude. Auch die Voraussetzungen dafür wurden beim Bau geschaffen: Mittels eines Stegs über der Limmat wurde dort der Teil des Fusswegs erstellt. Doch dieser ist nicht öffentlich zugänglich. Auf Nachfrage des Quartiervereins Wipkingen erteilte der Stadtrat dem öffentlichen Weg im Jahr 2024 eine Abfuhr: Der Uferweg sei nicht bewilligungsfähig. Eine Aussage, die sich auch dem Anfang 2025 veröffentlichten «Leitbild Limma 
traum» entnehmen lässt (der «Höngger Wipkinger» berichtete). Das Dokument stütze, so Roger Schaad, Projektleiter Kommunikation des Tiefbauamts, «die bestehende Situation ohne einen Ufer-
weg für die Zufussgehenden im Bereich des Industrieufers». Der historische Charakter der Gebäude würde durch einen Weg beeinträchtigt. Ein solcher Weg würde zudem wegen der Nähe der Gebäude zum Ufer den Bau von zusätzlichen Stegen erfordern: «Da diese sich direkt über der Limmat befinden würden, ist ein Steg gemäss heutiger Gesetzesgrundlage des Gewässerschutzes nicht bewilligungsfähig.»

Deswegen sieht das Leitbild alternativ vor, den Weg zurückversetzt auf dem Sihlquai anzubinden. Diese Planänderung stehe, so das Tiefbauamt, nicht im Widerspruch zum ursprünglichen Richtplan, da dieser «nicht parzellenscharf» umgesetzt werden müsse. Mit dieser Antwort will sich der Quartierverein jedoch nicht zufriedengeben. Er hofft auf eine Begehung vor Ort, um mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Mehrfach wurde dies bereits bei der Stadt angefragt. Und nun stehen gemäss Beni Weder, Präsident des Quartiervereins, die Chancen nicht schlecht: Anlässlich der Dialogveranstaltung Zürich West habe die Projektleitung jüngst eine solche Begehung in Aussicht gestellt. Dabei solle es um die Schliessung der Lücken zwischen dem Silo und der Hardbrücke sowie den weiteren Verlauf Richtung Platzspitz gehen. Man darf gespannt sein.

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