Wipkingen wartet
Der Wipkingerplatz soll zu einem lebendigen Begegnungsort werden. Doch bevor die Quartierbevölkerung ihre Ideen einbringen kann, tritt die Stadt auf die Bremse: Das Mitwirkungsverfahren wird verschoben. Das sorgt für Verwunderung.
Dagmar Schräder – Der Wipkingerplatz – diese Zeitung behandelte das Thema bereits mehrfach – soll in naher Zukunft ein «Remake» erhalten. Das ehemalige Postgebäude wird voraussichtlich verschwinden, der betonlastige Platz soll zu einem lebendigen Begegnungsort werden. Wie der Platz konkret aussehen soll, das ist momentan noch Gegenstand von Diskussionen und Planungen. In diese Planungen, auch darüber berichtete diese Zeitung bereits, soll die Quartierbevölkerung möglichst breit eingebunden werden. Zu diesem Zweck ist ein Mitwirkungsverfahren vorgesehen. Eine Spurgruppe mit verschiedenen quartierrelevanten Akteuren hatte sich in diesem Jahr bereits mehrfach getroffen, um ebendieses Mitwirkungsverfahren vorzubereiten, dessen Auftaktveranstaltung für Ende August geplant war. Doch jetzt tritt die Stadt auf die Bremse: Wie Evelyne Richiger, Leiterin Kommunikation des Tiefbauamts, informiert, muss das Verfahren der öffentlichen Beteiligung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Der Grund: die Planungsteams, die für die Erneuerung des Wipkingerplatzes zuständig sein werden, sollten, so Richiger, auf Wunsch der Stadt bereits am Mitwirkungsverfahren teilnehmen, um die Wünsche und Bedürfnisse der Quartierbevölkerung besser aufnehmen zu können. Nun seien aber vor dem Start der Submission für die Planungsteams noch einige organisatorische und rechtliche Punkte zu klären, wodurch sich das Mitwirkungsverfahren verzögere. Reaktion des Quartiervereins Der Quartierverein Wipkingen zeigt sich erstaunt über diese Verschiebung. Wie Beni Weder, Präsident des Quartiervereins, festhält, seien sich die Teilnehmenden der Spurgruppe zuvor einig gewesen, dass es schnell vorangehen solle. Und hier ist die Stadt bereits im Verzug: Im Zeitplan, der der Spurgruppe kommuniziert wurde und welcher der Redaktion vorliegt, war der Start des Mitwirkungsverfahrens ursprünglich bereits für das Frühjahr 2026 geplant. Ausserdem, so Weder, sei noch bei der letzten Sitzung der Spurgruppe Anfang Mai keine Rede davon gewesen, dass es zeitliche Probleme geben könne. Protokollarisch sei zudem festgehalten worden, dass die Durchführung der Auftaktveranstaltung nicht direkt abhängig vom Stand der Submission sei. Erst Anfang Juni seien die Beteiligten schliesslich über die Verschiebung informiert worden. Der Quartierverein habe darum, gemäss Weder, gegenüber der Projektleitung sein grosses Bedauern dazu kommuniziert und darum gebeten, so schnell wie möglich einen neuen Termin für eine Spurgruppensitzung zu koordinieren. Bis Redaktionsschluss ist dies noch nicht passiert. Post gehört jetzt der Stadt Wenigstens in punkto Postgebäude hat sich mittlerweile etwas bewegt: Der Gemeinderat hatte bekanntermassen im vergangenen Jahr entschieden, der Post das Gebäude für rund 3,4 Millionen Franken abzukaufen. Dieser Kauf ist nun abgewickelt, wie Evelyne Richiger vom Tiefbauamt der Stadt auf Anfrage bestätigte: «Die Eigentumsübertragung des Postgebäudes erfolgte Anfang Mai 2026. Die Übernahme des Gebäudes war Anfang Juni 2026.» Und zumindest ein Bestandteil des Mitwirkungsverfahren soll, so stellt die Stadt in Aussicht, bis Ende des Sommers zur Verfügung stehen: Per Ende August werde voraussichtlich die geplante Webseite für den Wipkingerplatz aufgeschaltet. Hier können sich die Quartierbewohnenden sowohl über die aktuellen Entwicklungen informieren als auch mittels Online-Befragung ihren Input geben. Auch die Ergebnisse der vom Büro für Stadtraum und Sozialleben vor Ort durchgeführten Sozialraumstudie sollen hier publiziert werden.