Kommunikation

Partizipatives Budget – Sie entscheiden was in Wipkingen wichtig ist

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Zusammen mit den Vereinen Nextzürich und Urban Equipe lanciert der Quartierverein Wipkingen im nächsten Jahr einen Testlauf zur partizipativen Budgetierung.

Artikel im Wipkinger vom 11.12.2019 von Patricia Senn

Wollten Sie schon immer mitreden, was in Wipkingen wichtig ist? Ja – dann können sie das bald. Auf der Plattform «Quartieridee» werden die Nutzer Ideen für das Quartier Wipkingen einbringen und darüber abstimmen, welche sie umgesetzt sehen möchten.

Smart City
Zum Thema Smart City und Partizipation haben die Vereine Nextzürich und Urban Equipe vor einiger Zeit die «Quartieridee» entwickelt. Diese sieht ein Zürich-spezifisches Online-Partizipationsverfahren auf Quartierebene nach dem Prinzip des sogenannten «Participatory Budgetings» vor.

Wo fliesst das vorhandene Geld hin
Dabei handelt es sich um einen demokratischen Prozess, bei dem die Bevölkerung darüber entscheiden kann, wie Gelder zuhanden der Allgemeinheit ausgegeben werden soll. Weltweit gibt es schon diverse Städte, die auf dieses Prinzip setzen, um die Entwicklung des Quartiers auf die lokalen Bedürfnisse abzustimmen und somit auch die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem direkten Lebensumfeld zu stärken.

Wipkingen ist dabei
Der Quartierverein Wipkingen zeigte sich sehr interessiert an dieser Idee und traf sich darum vor etwas mehr als einem Jahr mit Vertreter*innen der beiden Vereine zu Gesprächen. Mittlerweile ist das Projekt so weit gediehen, dass im Frühling 2020 ein Testlauf beginnen kann.

Mitspracherecht für alle
Geplant ist eine Plattform, auf der alle Raumnutzenden, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Nationalität und ihrem Wohnsitz, Ideen für das Quartier einbringen und darüber abstimmen können.

Hyperlokale reden mit
So haben einerseits auch die in der Stadt wohnhaften Ausländer*innen (18,2% der Raumnutzenden), die Stadtzürcher Minderjährigen (6%) und die Zupendler*innen (33.1%) ein Mitspracherecht.

Stimmungsbarometer für die Politik
Auf der anderen Seite werden die politischen Vertreter*innen, Stadtplaner*innen und die Stadtverwaltung über die Plattform erfahren, welche Ideen der Quartierbevölkerung besonders am Herzen liegen. Begleitet wird die digitale Ideensammlung von analogen (im Bahnhof Wipkingen und anderen Orten) Veranstaltungen, um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen.

Ideen sammeln, darüber abstimmen, prüfen, umsetzen
Um die Projektideen der Bevölkerung umzusetzen, sieht das Experiment ein Verfahren in mehreren Etappen vor: In einer ersten «Ideenphase» können die Raumnutzenden und Stadtmacher*innen Ideen online und offline sammeln und diskutieren. Danach gelangen diese in die «Entwicklungsphase», in der sie nach Kompetenzbereich sortiert und auf ihre Machbarkeit und Konformität mit bestehenden Planungsgrundlagen und Gesetzen geprüft werden.

Voten
In der nächsten Phase werden die umsetzbaren Projekte ausgearbeitet und deren Kosten berechnet. In der dritten und letzten Etappe kann die Bevölkerung über die aus der Entwicklungsphase hervorgegangenen Projekte abstimmen. Diese werden in einer Übersicht samt Kosten aufgeführt. Die Vorschläge kommen dann in der Reihenfolge ihrer Beliebtheit in die Umsetzung – solange das Geld reicht.

Fr. 40’000.- für den Testlauf
Für diesen Testlauf stellt der Quartierverein 20 000 Franken zur Verfügung. Die Stadtentwicklung steuert dieselbe Summe bei. Sie begleitet den ganzen Prozess als Beobachterin, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welchen Gewinn das Verfahren des Participatory Budgeting der Stadt bringen kann.

Start im Frühling 2020
Start des Testlaufes ist im kommenden Frühling, die Umsetzung ist im Winter 2020/21 geplant. Wer bereits heute Ideen hat, wie man das Quartier Wipkingen verschönern, verbessern oder lebenswerter gestalten könnte, sollte sich diese am besten gleich notieren und demnächst auf der Plattform «Quartieridee» einbringen.

www.quartieridee.ch

Detailkonzept

Ein Kommentar zu “Partizipatives Budget – Sie entscheiden was in Wipkingen wichtig ist”

  1. Dietmar Logoz schrieb am:
    21. Dezember 2019 um 19:39 Uhr

    Zupendler/innen mitbestimmen zu lassen erachte ich als unpassend, weil die Quartierbewohner/innen ihrerseits an den Herpendel-Orten/Quartieren nicht mitbestimmen können.

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